Haarsystem-Glossar: alle Begriffe kurz erklärt
Skin, Lace, Bonding, Remover – rund um Haarsysteme kursieren viele Fachbegriffe. Hier stehen sie alle, in einem Satz erklärt und ohne Werbesprache. Wenn dir etwas fehlt, sag uns Bescheid.
Begriffe von A bis Z
Basis
Der Träger, auf den das Echthaar geknüpft wird. Sie bestimmt Unsichtbarkeit, Haltbarkeit und Pflegeaufwand – bei uns Skin, Lace oder Monofilament.
Materialstärke
Bei Skin-Basen wird die Folie in Millimetern gemessen, und diese Zahl entscheidet über den Kompromiss, den du eingehst. Je dünner, desto unsichtbarer der Ansatz und desto kürzer die Lebensdauer. Eine sehr dünne Folie schmiegt sich an die Kopfhaut, reißt aber schneller an den Rändern. Eine stärkere Folie hält länger und verträgt mehr Handhabung, zeichnet sich dafür minimal ab. Unser VIENNA liegt zwischen 0,03 und 0,08 Millimetern, also im unsichtbaren Bereich. Wenn dir Haltbarkeit wichtiger ist als das letzte Quäntchen Unauffälligkeit, ist eine Lace- oder Monofilament-Basis meist die klügere Wahl als eine dickere Folie.
Skin
Hauchdünne Folie (0,03 bis 0,08 mm), die optisch mit der Kopfhaut verschmilzt. Erzeugt den unsichtbarsten Übergang, ist dafür am empfindlichsten.
Lace
Feines Netzgewebe als Basis. Atmungsaktiv, ideal bei Sport und Hitze; verlangt beim Wechsel etwas mehr Sorgfalt.
Monofilament (Mono)
Dichteres Feingewebe. Langlebigste und pflegeleichteste Basis, trägt minimal stärker auf als Skin.
Bonding
Das Verkleben des Systems auf der Kopfhaut – mit Tape oder Flüssigkleber.
Front / Haarlinie
Der vordere Rand des Systems. Die Zone, die am meisten über die Natürlichkeit entscheidet.
Knüpfung
Das Einarbeiten der einzelnen Haare in die Basis. Bei guter Knüpfung folgt jedes Haar der natürlichen Wuchsrichtung.
Dichte
Wie viel Haar pro Fläche eingeknüpft ist. Beim Haarsystem frei wählbar – anders als bei einer Transplantation.
Echthaar
Menschliches Haar. Sieht natürlich aus, lässt sich stylen und färben – wird aber nicht vom Körper versorgt und braucht deshalb eigene Pflege.
Kunsthaar
Synthetische Fasern. Günstiger, aber mit charakteristischem Glanz und hitzeempfindlich. Wir verarbeiten ausschließlich Echthaar.
Tape
Doppelseitige Klebestreifen. Einfach in der Anwendung, sauber beim Wechsel – die übliche Wahl für Einsteiger.
Flüssigkleber
Wird in dünnen Schichten direkt auf die Haut aufgetragen. Ergibt den randlosesten Übergang, verlangt aber Übung.
No Shine Tape
Mattes Tape, das kein Licht reflektiert. Erste Wahl für die sichtbare Front.
Remover
Lösungsmittel, das Kleber und Tapes aufweicht. Nie trocken abziehen – immer Remover einwirken lassen.
Skin Cleaner
Reinigt die Kopfhaut von Kleberresten, ohne sie auszutrocknen.
System Cleaner
Entfernt Kleberreste von der Basis, ohne das Material anzugreifen.
Deep Clean
Tiefenreinigung des Systems – einmal pro Wechselzyklus, entfernt Styling- und Pflegereste.
Wechsel
Kompletter Durchgang aus Ablösen, Reinigen und Neuverkleben. Wie oft er nötig ist, hängt stark von Haut, Schweiß und Klebemittel ab – bei unseren Kunden liegt der Rhythmus meist zwischen 10 Tagen und 4 Wochen.
Selbstwechsel
Der Wechsel zu Hause statt im Studio. Spart laufende Kosten, kostet Zeit – wir zeigen dir den Ablauf im Studio.
Full Service
Kompletter Studio-Service: Abnehmen, Reinigung von System und Kopfhaut, Neuverklebung, Schnitt-Auffrischung und Styling. 105 €.
Swap Service
Wechsel auf ein bereits vorbereitetes Zweitsystem. 80 €.
Quick Change
Verkürzter Wechsel ohne Systemreinigung. 60 €.
Fresh Cut
Schnitt-Auffrischung und Styling ohne Wechsel. 35 €.
Einschneiden
Das Anpassen des Systems an deine Frisur beim Ersttermin – eine eigene Leistung, die nach der Serviceliste verrechnet wird.
Verblenden
Das Überführen von Systemhaar und Eigenhaar ineinander, sodass kein Übergang sichtbar bleibt.
Zweithaar
Sammelbegriff für Haarersatz aller Art – vom Haarsystem bis zur Perücke.
Toupet
Historischer Begriff für Haarersatz. Moderne Haarsysteme haben mit den Toupets der 80er technisch nichts mehr gemein.
Haarteil
Sammelbegriff für alles, was zusätzliches Haar auf den Kopf bringt, ohne den ganzen Kopf zu bedecken. Ein Haarsystem ist ein Haarteil, aber ein maßgefertigtes und vollflächig verklebtes. Der Unterschied liegt in Basis, Befestigung und Passform, nicht im Wort.
Perücke
Bedeckt den gesamten Kopf und wird aufgesetzt, nicht verklebt. Sie ist die Lösung bei vollständigem Haarverlust, etwa während einer Chemotherapie. Bei Männern mit Geheimratsecken oder lichtem Oberkopf ist ein Haarsystem die passendere Antwort, weil das Eigenhaar an den Seiten erhalten bleibt und eingearbeitet wird. Perücken führen wir nicht.
Haarprothese
Der medizinische Ausdruck für Haarersatz, verwendet vor allem im Zusammenhang mit Krankenkassen und ärztlichen Verordnungen. Technisch ist damit dasselbe gemeint wie mit Haarsystem oder Zweithaar.
Haarverdichtung
Verdichten vorhandenen, aber licht gewordenen Haars – im Gegensatz zum vollflächigen Ersatz.
Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall)
Eine Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem die eigenen Haarwurzeln angreift und runde kahle Stellen entstehen, am Kopf ebenso wie im Bart. Sie unterscheidet sich vom erblich bedingten Haarausfall, der langsam mit Geheimratsecken beginnt. Ein Haarsystem behandelt die Ursache nicht, es deckt die betroffenen Stellen ab. Bei plötzlich auftretenden kahlen Stellen gehört die Abklärung zuerst zur Hautärztin oder zum Hautarzt, weil die Haare je nach Verlauf von selbst nachwachsen können. Wir sagen dir im Beratungsgespräch offen, wenn Abwarten in deinem Fall die sinnvollere Entscheidung ist.
Nachkleben
Das Erneuern der Verklebung, ohne dass ein neues System nötig wird. Die alte Klebeschicht kommt herunter, System und Kopfhaut werden gereinigt, dann wird frisch verklebt. Fällig ist das alle zehn Tage bis vier Wochen, abhängig von Hauttyp, Schwitzen und Befestigungsart. Im Studio läuft das als Full Service oder Quick Change, viele Träger machen es nach einer Einschulung auch selbst.
Norwood-Skala
Medizinische Einteilung des männlichen Haarverlusts in Stadien – von Geheimratsecken bis Vollglatze.
Tonsur
Der lichte Kreis am Hinterkopf. Wird von der eigenen Person kaum gesehen, von anderen ständig.
Spenderzone
Der Haarkranz am Hinterkopf, aus dem bei einer Transplantation Follikel entnommen werden. Ihre Dichte begrenzt, was eine OP leisten kann.
Shock Loss
Vorübergehender Haarausfall nach einer Transplantation, bevor die verpflanzten Haare neu wachsen.
Lebensdauer
Wie lange ein System nutzbar bleibt. Hängt vor allem von Pflege und Wechselhäufigkeit ab, weniger vom Preis. Ausführlich im Ratgeber Wie lange hält ein Haarsystem wirklich. Wer nicht ersetzen, sondern aufhören will, findet die Antworten unter Wieder aufhören.
Maßanfertigung
Individuell nach Kopfform, Haarfarbe und gewünschter Haarlinie gefertigtes System.
Färben und Tönen
Ein System aus Echthaar lässt sich färben, ein System aus Kunsthaar nicht. Gemacht gehört es allerdings vom Fachbetrieb, nicht mit der Packung aus der Drogerie. Der Grund ist einfach: Das Haar im System wird nicht mehr von der Kopfhaut versorgt und kann sich nach einer Behandlung nicht erholen. Handelsübliche Färbemittel mit Ammoniak oder Blondierung greifen außerdem die Basis an, besonders bei dünnen Skin-Folien, und eine gelöste Knotung lässt sich nicht reparieren. Professionell gemacht ist beides beherrschbar, weil Produkt, Einwirkzeit und Vorgehen auf Systemhaar abgestimmt werden. Wenn dein Eigenhaar ergraut oder du die Farbe ändern willst, sprich uns an. Wir sagen dir, ob eine Farbanpassung am bestehenden System der richtige Weg ist oder ob sich ein System in der neuen Farbe eher lohnt.
Farbring
Musterset zur Farbabstimmung am eigenen Haar. Unser Ring umfasst 131 Farbtöne von unserem Hauptlieferanten NewTimes Hair, jeweils mit dem passenden Grauanteil. Die Farbe wird am Tageslicht direkt an deinem Eigenhaar abgeglichen, nicht nach Katalog ausgesucht. Wichtig ist dabei nicht die einzelne Nummer, sondern wie der Ton im Übergang zu deinem eigenen Haar wirkt. Alle Farbtöne im Überblick.
Grauanteil
Der Anteil grauer Haare, der ins System eingearbeitet wird, damit es zum Eigenhaar passt.
Rotation
Das abwechselnde Tragen von zwei Systemen. Verlängert die Lebensdauer beider spürbar.
Eingewöhnung
Die ersten Tage mit dem ersten System fühlen sich anders an. Viele beschreiben ein leichtes Spannungsgefühl an der Klebefläche und nehmen das System beim Haarewaschen oder beim Aufwachen bewusst wahr. Das legt sich in der Regel innerhalb der ersten Woche, weil sich Haut und Wahrnehmung daran gewöhnen. Was in dieser Zeit hilft, ist wenig anfassen. Der Reflex, ständig an die Front zu greifen und zu prüfen, ob noch alles sitzt, schadet dem System mehr als jeder Sport. Wenn das Spannungsgefühl nicht nachlässt, brennt oder juckt, ist das kein Gewöhnungsthema, dann sehen wir uns die Kopfhaut an.
Zweitsystem
Ein zweites System zum Wechseln, damit eines getragen und eines gereinigt werden kann. Für Einsteiger ist es aus einem anderen Grund sinnvoll: In den ersten Wochen passieren beim Selbstwechsel die meisten Fehler, ein zu kräftiger Zug an der Front oder zu viel Remover kosten Lebensdauer. Wer ein Ersatzsystem im Schrank hat, steht in dem Fall nicht plötzlich ohne da und muss keinen Notfalltermin suchen. Wir sagen dir im Beratungsgespräch ehrlich, ob sich das für dich lohnt oder ob eines reicht.
Kopfhaut unter dem System
Die häufigste Sorge vor dem ersten System, und eine berechtigte Frage. Die Kopfhaut braucht keine Luft im Sinne von Atmung, sie wird über das Blut versorgt, nicht über die Oberfläche. Was sie braucht, ist Reinigung. Talg, Schweiß und Klebereste sammeln sich unter der Basis, und genau deshalb gehört zu jedem Wechsel die gründliche Reinigung von Kopfhaut und System. Wer das ernst nimmt, hat in der Regel keine Probleme. Wer den Wechsel wochenlang hinauszögert, riskiert Rötungen und Juckreiz. Das Haarsystem selbst ist dabei nicht die Ursache, sondern der ausgebliebene Wechsel.
Peeling
Kopfhautpflege beim Wechsel: entfernt abgestorbene Hautzellen und verbessert den Halt der nächsten Verklebung.
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